14/08/2026 0 Kommentare
Mittendrin am 15.8.2026 - Worauf wir stolz sind
Mittendrin am 15.8.2026 - Worauf wir stolz sind
# Abdinghof - Mittendrin

Mittendrin am 15.8.2026 - Worauf wir stolz sind
Ein Kind spielt mit seinen Legosteinen. Nach einiger Zeit läuft es zu seinen Eltern. Stolz präsentiert es sein Ergebnis: Schaut mal, was ich gebaut habe. Das habe ich ganz allein geschafft. Die Eltern staunen und loben das Kind: Das hast du gut gemacht!
Stolz in diesem positiven Sinn gehört zu unserem alltäglichen Verhalten. Wir dürfen stolz sein auf unsere Leistungen: ein gelungener Schulabschluss, ein erfolgreiches Studium, ein positives Betriebsergebnis. Manches sehen wir als nahezu selbstverständlich an, obwohl es eine Errungenschaft ist, die wir gemeinsam erarbeitet haben und wofür wir dankbar sein können: unsere sozialen Sicherungssysteme, die Gesundheitsfürsorge, unsere Demokratie. Oftmals nehmen wir aber eher das wahr, was noch zu verbessern ist.
Stolz gibt es auch in einem negativen Sinn. Überheblichkeit, Arroganz und Eitelkeit können anderen Menschen das Gefühl vermitteln, weniger wert zu sein. Stolz dient in diesem Sinn als Abgrenzung und Abwertung gegenüber anderen. Der Bibeltext für den morgigen Sonntag will vor diesem falsch verstandenen Stolz bewahren: „Ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Leute, auch wie dieser Zöllner.“ sagt der Pharisäer, der im Tempel betet. Der Zöllner hingegen betet: „Gott sei mir Sünder gnädig.“ (Lukas 18, 9-14) Jesus erzählt dieses Gleichnis, um vor Selbstgerechtigkeit und Hochmut zu warnen. Vor Gott kann sich der Pharisäer nicht auf seine Leistung berufen. „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ (1. Petrus 5,5) Stolz im positiven Sinn verstanden und Bescheidenheit widersprechen sich nicht.
Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof
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