Abdinghof

Mittendrin am 4.5.2024 - Gott bei seinem Herzen packen

 

Der morgige Sonntag trägt den Namen „Rogate“, das heißt „Betet!“. Entstanden ist er schon vor der Reformation aus den Bittprozessionen für eine gute Ernte, die vor dem Fest Christi Himmelfahrt stattfanden. Die Menschen wussten um die Abhängigkeiten von der Natur. Ein Hagelschlag konnte die ganze Ernte vernichten. Für uns stellen sich die Fragen nach dem Gebet insgesamt: Warum bete ich? Wann bete ich? Wird mein Gebet erhört? Wie kann ich beten? Das Gebet braucht eigentlich keine besondere Begründung. Wenn Menschen in Not sind, dann beten sie oftmals, ohne groß darüber nachzudenken. „Not lehrt beten“ sagt ein Sprichwort. Aber das Gebet ist mehr als eine geistliche Feuerwehr. Das Gebet möchte auch den Glauben und den Tag strukturieren. Als Morgen- und Abendgebet, als Tischgebet, als Gebet im Gottesdienst. Für Martin Luther ist das Gebet ein „Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung.“ Wir legen Gott nicht nur unsere eigenen Wünsche, sondern auch die Bedürfnisse anderer Menschen ans Herz. Wir beten für Kranke und Leidende, für Trauernde und Einsame, für Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten. Das Vaterunser ist das Gebet, das die ganze Welt umspannt. Wir danken Gott für die Hilfe, die wir durch ihn erfahren haben. Wir beten ihn an und werden uns dabei auch unserer eigenen menschlichen Unzulänglichkeit bewusst. Wird unser Gebet auch erhört? „Man muss Gott bei seinem Herzen zu packen verstehen, das ist seine schwache Seite.“ Die spanische Nonne Teresa von Avila ist davon überzeugt, dass Gott Gebete hört und erhört. Durch das Gebet werden wir aber auch selbst in Bewegung versetzt. Denn Gebete möchten auch denjenigen verändern, der sie spricht. Darum: rogate, betet!

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof

 

Mittendrin am 9.2.24 - Komm rüber!

In diesen Tagen wird Karneval gefeiert. Viele Menschen genießen die Freiheit, gemeinsam mit anderen fröhlich zu sein, sich zu begegnen, den Alltag hinter sich zu lassen. Vor dem Hintergrund vieler Krisen und bedrohlicher Entwicklungen erfreuen sich viele an der Gemeinschaft, die sie erleben können. Am Aschermittwoch beginnt dann die Fastenzeit. Die evangelische Kirche hat ihre diesjährige Fastenaktion auch unter das Thema Gemeinschaft gestellt: „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge.“ Viele Menschen leider unter der Einsamkeit und würden sich freuen, wenn sie Besuch bekämen, wenn ihnen jemand zuhören würde. Auf den Anderen zuzugehen kostet Überwindung. Bin ich bereit, mich darauf einzulassen? Kann ich meine Vorurteile überwinden? Bin ich offen für eine andere Sicht, als ich sie bisher kannte? Der Apostel Paulus hatte diesen Mut. Auf seiner Missionsreise an der Westküste Kleinasiens, der heutigen Türkei, erscheint ihm ein Mann im Traum. Er sagt: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“ (Apostelgeschichte, 16, Vers 9) Paulus folgt seiner Bitte und gelangt nach Philippi, wo er Lydia, die erste Christin in Europa, tauft. Er überwindet geographische und kulturelle Grenzen und eröffnet auf diese Weise neue Perspektiven für die Verbreitung des christlichen Glaubens: Durch die Freiheit, der Meinung der Anderen ohne Angst zu begegnen. Durch den Mut, sich auf eine neue Situation einzulassen. Auch wir können diese Erfahrung machen, wenn wir bereit sind, aufeinander zuzugehen. In den letzten Wochen haben viele Menschen für eine offene, tolerante und freie Gesellschaft demonstriert, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenleben können. Vielfalt und Gemeinschaft schließen sich nicht aus. Verzichten wir 7 Wochen auf Alleingänge und gehen aufeinander zu!

 

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof

Gemeindebrief Januar 2024

Der Gemeindebrief wurde aktualisert 12.01.2024.

Mittendrin am 13.1.24 - Alles in Liebe

Was haben Sie sich und anderen zum neuen Jahr gewünscht? Gesundheit und Gelassenheit, Frieden und Freude, Glück und Segen? Den sprichwörtlichen „guten Rutsch“ sollte man in diesen kalten Tagen nicht allzu wörtlich nehmen. Ursprünglich stammt diese Redensart wohl aus der hebräischen Sprache: „Rosch ha schana“ bedeutet soviel wie „ein guter Anfang des Jahres“. Oder man leitet sie von dem Wort Reise ab. Dann wünschen wir uns eine gute Fahrt ins neue Jahr.

Das biblische Motto für dieses Jahr, die sogenannte „Jahreslosung“ führt uns noch auf eine andere Fährte. Der Apostel Paulus wünscht der Gemeinde in Korinth, dass ihr Leitwort „Liebe“ sein möge: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ (1. Korinther 16, Vers 14). Dabei hat der Apostel vermutlich kein romantisches Erlebnis vor Augen. Mit dem griechischen Wort „agape“ ist vielmehr die tatkräftige, fürsorgliche, im Alltag sich bewährende Liebe gemeint. Im Lateinischen würden wir sie mit „caritas“ bezeichnen.

Alles in Liebe? Das ist oftmals leichter gesagt als getan. Wenn ich in der Schlange im Supermarkt stehe, es eilig habe und vor mir jemand einen riesigen Einkauf aufs Band legt, dann denke ich vielleicht: „Der hätte mich ja auch mal vorlassen können.“ Wenn in einer Beziehung der Alltag eingekehrt ist und es darum geht, die Arbeit gerecht zu verteilen. Wenn sich in unserer Gesellschaft der Ton verschärft und man einander nicht mehr zuhören kann.

Alles geschehe in Liebe! Das ist ein großer Anspruch und zugleich ein guter Wunsch für das neue Jahr. Denn wenn sich daran alle hielten, wie anders könnte unsere Welt aussehen? Für den Apostel Paulus ist Gott die Quelle der Liebe, aus der wir schöpfen können, an jedem Tag dieses Jahres.

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof

 

Mittendrin am 18.11.2023 - Wie hältst du`s mit der Kirche?

Schwindende Religiosität und Kirchenbindung. Das ist das generelle Ergebnis auf die berühmte Gretchenfrage: „Wie hältst du`s mit der Kirche?“ Die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der Evangelischen Kirche in Deutschland zeigt, wie sehr das Vertrauen und die Bindung an die Kirche abnimmt. Das spiegelt sich auch in den Zahlen zum Austritt aus der Kirche wider. In unserer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde haben bereits über 360 Mitglieder in diesem Jahr ihren Austritt aus der Kirche erklärt. Das schmerzt! Erst recht, wenn man die Personen auch persönlich kennt, durch Taufen, Konfirmationen und Trauungen, durch persönliche Begegnungen. Insgesamt gehören bereits 48% der Deutschen keiner christlichen Kirche mehr an. Auch wenn es individuelle Gründe dafür gibt, stellt sich doch generell die Frage nach der Zukunft von Religion und Kirche. Noch immer werden der Kirche diakonische und caritative Kompetenzen und Zuständigkeiten zugewiesen. Erhebliche Kirchensteuermittel fließen in Entwicklungshilfe, soziale Projekte, in die Kindergärten und in die Jugendhilfe. Aber damit die Kirche nicht auf ein Wohlfahrtsunternehmen beschränkt wird, braucht sie auch Mittel für Seelsorge und Beratung, für Bildung und Unterricht, für Kirchenmusik und Kultur und nicht zuletzt für ihren Bestand an Gebäuden bis hin zu den denkmalgeschützten Kirchen. Wer soll den christlichen Glauben, Religion und Spiritualität vermitteln, wenn nicht die Kirche? Wer soll jungen Menschen Perspektiven für ein Leben geben, das sich an dem Grundsatz der Nächstenliebe und an christlichen Werten orientiert? Der morgige Sonntag steht ganz im Zeichen der Werke der Barmherzigkeit: Jesus sagt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (ergänze Schwestern), das habt ihr mir getan. (Matthäus 25, 40). Dieser Satz ist ein Grundsatzprogramm für die Kirche. In diesen Werken fließen Glaube und Handeln zusammen.

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof

Wärmewinter 2.0: Café Abdinghof weiter geöffnet - Waffelbäcker gesucht von Diakonie und Gemeinde

Die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. und die evangelische Gemeinde suchen für das Café Abdinghof gemeinsam ehrenamtliche Mitarbeitende, die einmal im Monat köstliche Waffeln, sowie warme und kalte Getränke verteilen. Mit der Maßnahme "Wärmewinter 2.0" möchten sie einen Beitrag dazu leisten, dass niemand in der kalten Jahreszeit allein gelassen wird. Das gemeinsame Engagement der ehrenamtlichen Helfer im Café Abdinghof im Paul Gerhardt – Haus, Am Abdinghof 5, ermöglicht es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen und ihnen ein Stück Wärme und Geborgenheit zu schenken. Diakonie und die Ev. Kirchengemeinde möchten sicherstellen, dass es auch in diesem Winter betrieben werden kann.

Wer Interesse hat, als ehrenamtlicher Waffelbäcker beim Café Abdinghof mitzuwirken, ist eingeladen, sich direkt bei der Diakonie oder der Kirchengemeinde zu melden. Es besteht auch die Möglichkeit, sich persönlich im Café vorzustellen und weitere Informationen zu erhalten. Am Dienstag, den 14. November, findet ein Treffen der Waffelbäcker um 17 Uhr im Paul Gerhardt – Gemeindehaus statt. Für Rückfragen stehen Pfarrerin Elke Hansmann, Tel. 0157/52883675 und Küster Frank Schubert, Tel. 25372 zur Verfügung.

Gemeinsamer Gottesdienst am Reformationsfest 31. Oktober

Zu einem gemeinsamen Gottesdienst lädt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Paderborn am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober, um 18 Uhr in das Lukas-Zentrum, Am Laugrund 5, ein.
Darin werden zwei Abschiede begangen: Pfarrerin Elisabeth Goller wird von ihrem Dienst in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn entpflichtet, und Pfarrer Jan-Philipp Hellmers wird aus dem Probedienst verabschiedet.
An dem Reformationsgottesdienst sind beteiligt Superintendent Volker Neuhoff, Pfarrer Christoph Keienburg, Pfarrer Mehrdad Sepehri Fard, Pfarrerin Elisabeth Goller und Pfarrer Jan-Philipp Hellmers. Musikalisch wirken mit Tim Gärtner (Orgel), Eckhard Wiemann (Klavier), der Chor Coloris unter der Leitung von Ulrike Wiedemann, Almut Ulama (Liedbegleitung) und das Quartett Flavianello. Im Anschluss wird zu einem Empfang eingeladen.

Taizé-Gottesdienst und Friedensgebet - 28. Oktober - 18 Uhr - Gaukirche

„Licht in der Dunkelheit“. Zu einem Taizé- Gottesdienst mit einem Friedensgebet lädt die evangelische Gemeinde am Abdinghof am Samstag, den 28. Oktober, um 18 Uhr in die katholische Gaukirche, Markt 12, ein. Pfarrer Dr. Eckhard Düker feiert den Gottesdienst mit vielen Liedern aus Taizé, Gebeten, dem Entzünden von Kerzen, Lesungen und Stille. Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Markus Maurer am E-Piano.

Mittendrin am 21.10.2023 - Die Kraft des Rings entfalten

„Der echte Ring vermutlich ging verloren. … So glaube jeder sicher seinen Ring den echten. … Es eifre jeder seiner unbestochnen, von Vorurteilen freien Liebe nach.“ Der Ring des Vaters, der die Kraft besitzt, dem, der ihn in dieser Zuversicht trägt, „vor Gott und Menschen angenehm zu machen“, wird vom Vater vererbt an seine drei Söhne und keiner weiß, ob er das Original oder die Kopie erhalten hat. Erst durch das eigene Handeln offenbart sich die Kraft des Rings. Mit seiner Parabel aus dem Drama „Nathan der Weise“ weist der Dichter Gotthold Ephraim Lessing den drei Religionen Judentum, Christentum und Islam die Aufgabe zu, tolerant und vorurteilsfrei den Angehörigen der jeweils anderen Religion zu begegnen.

Die schrecklichen jüngsten Ereignisse zeigen uns, wie weit wir von dieser Vision eines friedlichen Zusammenlebens entfernt sind. Menschen jüdischen Glaubens sind nicht nur in Israel von Terror und Hass bedroht, sondern auch in unserem Land von Antisemitismus und Anfeindungen. Menschenrechte, Demokratie und Rechtstaatlichkeit in einer offenen und toleranten Gesellschaft müssen jedoch für alle Menschen gelten, die hier leben.

Das biblische Wort für den morgigen Sonntag fasst die Regeln für ein gelingendes menschliches Miteinander zusammen:

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8) Dem anderen Menschen so zu begegnen, wie man selbst behandelt werden möchte, in Liebe das Beste für ihn zu suchen und sich selbst zugleich in der Beziehung zu Gott zu sehen, das ist ein Weg, der aus Hass und Gewalt herausführt. Oder, um es im Sinn von Lessing zu sagen, die Kraft des Rings durch sein eigenes Verhalten zu entfalten.

 

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof

 

Letzte Gottesdienste vor der Schließung der Abdinghofkirche

Am kommenden Wochenende lädt Pfarrer Dr. Eckhard Düker zu den beiden letzten Gottesdiensten in der Abdinghofkirche vor der Schließung im Rahmen der Innensanierung der Kirche ein. Am Samstag, den 2. September findet um 18 Uhr ein Taizé-Gottesdienst in der Krypta statt. Mit Gesängen aus Taizé, Lesungen, Gebeten und dem Entzünden der Kerzen steht der Gottesdienst unter dem Thema: „Wo die Liebe wohnt, da ist Gott.“ Er wird musikalisch von Markus Maurer am E-Piano begleitet.

Der Gottesdienst am Sonntag, den 3. September um 10.30 Uhr steht unter dem Thema: „Unser Markenzeichen ist die Liebe“. Gemeinsam mit Pfarrer Düker gestaltet die Kantorei der Abdinghofkirche unter der Leitung von Kantor Tim Gärtner diesen musikalisch geprägten Gottesdienst mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Anton Bruckner und Knut Nystedt. Zum Abschluss erklingt die bekannte Toccata aus der 5. Orgelsinfonie von Charles-Marie Widor, bevor die Orgel während der Sanierungsmaßnahme schweigt.

Ab dem 10. September finden die sonntäglichen Gottesdienste der Gemeinde vom Abdinghof um 10.30 Uhr zunächst bis zum Erntedankfest am 24. September in der Marktkirche statt.

Wiedereröffnung des Cafés

Foto (Abdinghof): Auf die Wiedereröffnung des Cafés freuen sich (v.l.) Pfarrerin Elke Hansmann (Ev. Kirchenkreis Paderborn), Pfarrer Dr. Eckhard Düker, (Ev. Kirchengemeinde am Abdinghof), Küster Frank Schubert (Ev. Kirchengemeinde am Abdinghof), Koordinatorin Doris Moosburger (Tafelausgabe am Abdinghof), Vorständin Vanessa Kamphemann (Diakonie-Höxter e.V.), Presbyterin Annette Kohle (Ev. Kirchengemeinde am Abdinghof), Einrichtungsleiter Andreas Beisbart (Bodelschwingh-Haus der Perthes- Stiftung), Einrichtungsleiterin Irina Wichert (Familienzentrum Abdinghof).

„Anlaufstelle Ukraine“ der Diakonie Paderborn-Höxter und des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn

Das Video wurde bewusst auf Ukrainisch (mit deutschen Untertiteln via YouTube) gedreht, um die Zielgruppe direkt zu erreichen

Ein offenes Ohr in Krisenzeiten - die TelefonSeelsorge ist auch jetzt für Ratsuchende da!

Telefonseelsorge Paderborn

Die Telefonseelsorge Paderborn steht rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für Ratsuchende bereit – telefonisch, per Chat und Mail. Sie will Menschen in Not und Krisen anonym und vertraulich beistehen.

 

Träger der ökumenischen Telefonseelsorge Paderborn sind der Gemeindeverband katholischer Kirchengemeinden Hochstift und der Evangelische Kirchenkreis Paderborn.

 

Gebührenfreie Telefonnummern: 0800/1110111 und 0800/1110222

 

Internet: www.telefonseelsorge-paderborn.de